Mittwoch, 3. September 2008

Pras 03.09. 2008

TEILPRÜFUNG I

1. Verstehen und Bearbeiten eines Textes

Kometenbeobachtung

Die Wiederkehr des attraktivsten Kometen spornte die Astronomen zum bisher wohl größten internationalen Forschungsprogramm an. Rund 3000 Astronomen aus allen Kontinenten haben sich zur "Internationalen Halley Wacht" zusammengeschlossen, sie wollen den Kometen von der Erde aus erforschen. Kern der Halley Kampagne waren sechs Raumsonden, je zwei aus der Sowjetunion und aus Japan, je eine aus den Vereinigten Staaten und Westeuropa.

"Giotto", die Sonde der europäischen Raumfahrtagentur ESA, musste die bei weitem anspruchsvollste Aufgabe vollbringen. Der Raumkörper wurde nach dem florentinischen Maler Giotto di Bondone benannt, der den Kometen Halley im Jahr 1310 sah und später malte. Die rund 200 Millionen Mark teure Sonde wurde in nur fünf Jahren mit wesentlicher deutscher Beteiligung konstruiert und gebaut. "Giotto" sollte in den aus Gas und Staub bestehenden Kometenkopf eintauchen und möglichst nah am festen Kern des Kometen vorbeirasen. Mit den zehn Experiment- Anlagen an Bord konnten die Wissenschaftler erstmals direkte Messungen vornehmen. Attraktivstes Instrument ist eine Farbkamera, die Bilder zur Erde funkt.

Wer von "Halley" spricht, denkt oft nicht an den Wissenschaftler, der vor ca. 250 Jahren starb. Die Kenntnisse über den Königlich Britischen Astronomen Edmond Halley (1656 1742) und seine Arbeit bleiben relativ bescheiden.

Seit 1682 untersuchte der größte und universalste Naturforscher seiner Zeit den Kometen. Halley begann 1695, sämtliche Beobachtungsmerkmale zusammenzustellen, die er über Kometen finden konnte. Man wusste zu der Zeit sehr wenig über die Kometen. Selbst Kepler glaubte nicht, dass die Kometen sich elliptisch wie die Planeten bewegen, sondern hielt sie für Himmelskörper auf mehr oder weniger geraden Bahnen.

Halley bestimmte sehr genau die Bahnen von 24 verschiedenen Kometen. Und mit der Zeit kam er zu der Erkenntnis, dass sie sich nicht auf geraden Bahnen, sondern wie die Planeten auf elliptischen Bahnen um die Sonne herum bewegen. Er fand auch heraus, dass die Kometen von 1682, 1607 und 1531 sehr ähnliche Bahnen besassen. So tastete er sich langsam an seine erfolgreiche Vorhersage heran, dass dieser Komet 1758 oder 1759 wiederkehren sollte. Tatsächlich wurde der berühmte Komet dann auch am ersten Weihnachtstag 1758, fast 17 Jahre nach dem Tod des englischen Wissenschaftlers, wieder gesehen.

Erst gegen Ende seines langen Lebens hatte Halley die Vorhersage zu Papier gebracht. Er wusste natürlich, dass er die Bestätigung für die Richtigkeit seiner Berechnungen nicht erleben würde, er hoffte jedoch, dass man nicht vergessen würde, dass ein Engländer diese Berechnungen gemacht hatte. In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistung hat die Nachwelt seinen Namen dem berühmtesten aller Schweifsterne gegeben und ihn somit für immer mit der Kometenforschung verbunden.

aus: Die Zeit, 5.7.1985, Günter Haaf und Erlanger Nachrichten 28.11. 1985 (verändert)

Arbeitsblatt

1. In welche Hauptteile ließe sich der Text gliedern? (10 P.)
2. Wie unterscheidet sich die moderne Kometenforschung von der frühen Forschung von Edmond Halley? Nennen Sie mindestens 6 Unterschiede (Stichpunkte)! (30 P.)
3. Zeichnen Sie eine Skizze zu Keplers udn Halleys Vorstellung über die Kometenbahnen. (16 P.)
4. Richtig oder falsch? Stimmt die Aussage?

Schreiben Sie R(= richtig) oder F(= falsch) dahinter (44 P.)!

a Die sechs Raumsonden kosteten 200 Millionen DM.
b Die internationale Halley Wacht verbrauchte 200 Mio. DM.
c Giotto, die europäische Sonde, kostete 200 Mio. DM.
d Die europäische Sonde hat die schwierigste Aufgabe, sie muss ganz nah an den Kometenkopf heranfliegen.
e Der Maler Giotto schickte sein Bild des Kometen an Halley.
f Kepler und Halley verglichen ihre Berechnungen miteinander.
g Halley lebte von 1656 - 1742 und konnte weder mit Giotto noch mit Kepler forschen.
h Halley erlebte die Wiederkehr des Kometen nicht, denn er starb Jahre vorher.
i Der Komet kehrte am Weihnachtstag 1758 wieder.
j Er heisst auch "Stern von Bethlehem", weil er immer zu Weihnachten kommt.
k Die Nachwelt ehrte Halley, weil sie den Kometen nach ihm benannte.


2. Vorgabenorientierte Textproduktion (45 Min.) (100 P.)
Setzen Sie sich mit dem angegebenen Thema auseinander, wählen Sie nur A oder B:

A. Seit Jahren hört man nur von Ländern wie den USA, der ehemaligen Sowjetunion und der europäischen Behörde (ESA) in Zusammenhang mit Weltraumforschung. Ist dies ein Fachgebiet in theoretischer und angewandter Forschung nur für einige wenige Länder. Wie sehen Sie dies?

oder

B. Es gibt Menschen, die der Erforschung des Weltalls skeptisch gegenüberstehen. Versuchen Sie jemanden zu überzeugen, dass diese nützlich und wichtig ist und ob sich Ihr Land eventuell beteiligen soll.


TEILPRÜFUNG II

1. Verstehen und Bearbeiten eines Lesetextes

Europäisches Zentrum zur Erforschung des Halley Kometen
Die in Bamberg gelegene Remeis Sternwarte, eine Forschungseinrichtung der Universität Erlangen-Nürnberg, wird europäisches Zentrum zur Erforschung des Halleyschen Kometen. Dort wird das gesamte Forschungsarchiv der "International Halley Watch" zentral und für europäische Wissenschaftler dort abrufbar angelegt.

Mehr als 200 Wissenschaftler und unter anderem auch der Leiter der sowjetischen Weltraumorganisation nahmen an einer Tagung in Bamberg teil. Sie bildete den vorläufigen Abschluss der wissenschaftlichen Untersuchungen des nur alle 76 Jahre an der Erde vorbeiziehenden, nach dem britischen Astronomen Edmund Halley benannten Kometen. Weil er wie alle Kometen vor etwa 4,6 Milliarden Jahren mit dem Sonnensystem entstanden ist und diese sich im Vergleich zu Planeten wegen ihrer geringen Größe und ihres größeren Abstands zur Sonne nur wenig verändert haben, hoffen Astronomen über ihn unter anderem Aufschlüsse über die Entstehung des Sonnensystems oder Anfänge des Lebens zu bekommen.

Das Halley Archiv wird die bisher ausführlichste Informationssammlung darstellen, die es je über einen Kometen gegeben hat. Je eine Kopie des Archivs wird künftig in USA und in der Remeis Sternwarte auf Compact Discs vorliegen. Obwohl dies das astronomische Institut aufwertet, bleibt Frau Prof. Irmela Bues skeptisch, ob sie mit dem kleinen Personalstab noch einen "Service Betrieb" ohne zusätzliches Personal bewältigen kann: "Es ehrt uns durchaus, nun Europäisches Zentrum geworden zu sein. Aber das bedeutet nun auch Mehrarbeit." Diese liesse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen, meint die Forscherin und verweist auf andere wissenschaftliche Forschungsschwerpunkte der Sternwarte.

Schon seit Mitte dieses Jahrhunderts schränkten veränderte Umweltbedingungen die freie Beobachtung der Sterne in Bamberg zunehmend ein. Die Stadtbeleuchtung, die Bestrahlung des Domes und in jüngster Zeit das erleuchtete neue Krankenhaus ließen die steigende Verschmutzung der Atmosphäre immer deutlicher zum Vorschein kommen. Die Folge: Die Sternwarte eröffnete 1963 in Boyden/Südafrika eine Außenstation. Mehr als 30 000 Photoplatten wurden dort von Astrographen aufgenommen und als "Bamberger Veränderliche" veröffentlicht. Dieses Projekt wurde 1974 beendet, als entschieden wurde, eine gemeinsame europäische Südsternwarte in Chile zu bauen. Mitarbeiter, Doktoranden und Institutsleiter fahren seitdem regelmäßig nach Südamerika, um sich dort unter grössten und modernsten Instrumenten in sicherem Klima an internationalen Projekten zu beteiligen oder eigenen Forschungsvorhaben nachzugehen. "Bestmögliche Bedingungen", so Prof. Bues, hätten sich durch den direkten Anschluss zum Regionalen Rechenzentrum in Erlangen ergeben.

In den letzten Jahren gab es auch eine andere Schwerpunktsetzung in der Forschungsthematik. "Von der ursprünglich reinen Beobachtung und Himmelsüberwachung zur detaillierteren Beobachtung und physikalischen Interpretation" so umschreibt ihn die Professorin allgemein. Bei den veränderlichen Sternen geht es nicht mehr darum, Positionen und Perioden zu bestimmen. Vielmehr versucht man den Aussenschichten dieser Sterne mit Modellen am Elektronenrechner näher zu kommen. Schwerpunktmässig werden der Aufbau und die zeitliche Entwicklung von Einzel und Doppelsternen untersucht. Dass die Sternwarte nicht nur einen guten Ruf unter Wissenschaftlern innerhalb wie außerhalb Deutschlands besitzt, sondern auch in der Bevölkerung, beweisen die vielen Besuche von Schulklassen oder Einzelpersonen.
aus: Uni Kurier 79, Dezember 1989

Arbeitsblatt:

Verstehen und Bearbeiten eines Lesetextes (60 Min.) (100 P.)

I. Beantworten Sie möglichst in eigenen Worten. Keine Zitate aus dem Text! Formulieren Sie ganze Sätze:

1. Warum interessiert sich die Astronomie für den Kometen Halley?

2. Welche Aufgaben übernimmt die Remeis Sternwarte?

II. Listen Sie die schlechten Bedingungen auf, die in Bamberg für astronomische Forschungsarbeit herrschen.

III. Richtig oder falsch? Entscheiden Sie, ob die Aussage stimmt:

a Der Brite Edmund Halley nahm an der Tagung in Bamberg teil.
b Kometen können uns viel Information über den Beginn des Sonnensystems geben
c Seit Jahren arbeiteten die Remeis-Sternwarte und die NASA in den USA zusammen.
d Prof. Bues ist skeptisch und erfreut, dass das Archiv nach Bamberg kommt.
e Neben vielen Wissenschaftlern besuchen auch Laien (Schüler, Kinder u. Mütter etc.) die Sternwarte
2. Verstehen und Bearbeiten wissenschaftssprachlicher Strukturen (30 Min.)

A. C-Test (25 P.)

Im Folgenden fehlt jeweils die Hälfte eines Wortes. Ergänzen Sie die Wörter so, dass ein sinnvoller Text entsteht:

Die Philosophie der ursprünglichen Stiftung fasste der Gründer Dr. jur. Carl Remeis so zusammen: "Ich bin überzeugt, dass die beste Verwendung der materiellen Güter darin besteht, die wissenschaftliche Forschung, welche den Menschen geistig erhebt und veredelt, zu unterstützen und zu fördern".

Dass d_____ Sternwarte ni_____ nur ei_____ guten R_____ unter Wissensc__________ innerhalb w_____ ausserhalb Deutsc______ besitzt, son_____ auch b_____ Studenten u_____ in d_____ Bevölkerung, hä_____ mit die_____ Philosophie zusa_____ . 110 Ja_____ später ha_____ die heut_____ Leiter d_____ Instituts die_____ Wort im_____ noch i_____ Ohr, we_____ sie a_____ Anfrage Schulk__________ oder Einzelp__________ durch die Räume führen.

"Das Interesse bei den Bürgern zu wecken, ist wohl ganz im Sinne des Stifters, dem vor allem daran gelegen war, seine Zeitgenossen naturwissenschaftlich aufzuforsten", bemerkt Prof. Dr. Bues nach dem Rundgang durch die inzwischen unter Denkmalschutz stehenden Räumlichkeiten.

B. Umformungen (25 P.)

Verändern Sie den Originaltext links ohne den Inhalt zu ändern und ergänzen Sie den rechten Text grammatisch korrekt und sinnvoll. Beachten Sie das Fettgedruckte! Die Hinweise in der rechten Spalte sollen Ihnen helfen, das grammatische Problem zu erkennen.
Es steht nun endgültig fest:
Die Remeis-Sternwarte wird europäisches Zentrum, um den Halleyschen Kometen zu erforschen.(Nominalisierung) Es steht nun endgültig fest: Die Remeis-Sternwarte wird europäisches Zentrum ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... .....
Spätestens ab dem kommenden Jahr wird das gesamte Forschungsarchiv der "International Halley-Watch" zentral und für europäische Wissenschaftler dort abrufbar angelegt.(Synonym, Aktivsatz) Spätestens ab dem ... ... ... ... ... ... ... Jahr ... ... ... ... ... ... ... ... das gesamte Forschungsarchiv der "International Halley-Watch"' zentral und für europäische Wissenschaftler dort abrufbar ... ... ... ... ... ... ... ... ... .... ... ... ... ... ... ... .
Dies gab man im Rahmen einer internationalen Expertentagung in Bamberg bekannt.(Passiv) Dies ... ... ... ... ... ... ... im Rahmen einer internationalen Expertentagung in Bamberg ... ... ... ... ... ... ...
Mehr als 200 Wissenschaftler nahmen an der Tagung teil.(2x Synonym) ... ... ... 200 Wissenschaftler ... ... ... ... die Tagung.
Sie bildete den vorläufigen Abschluss der wissenschaftlichen Untersuchung des nur alle 76 Jahre an der Erde vorbeiziehenden Kometen. (Relativsatz) Sie bildete den vorläufigen Abschluss der wissenschaftlichen Untersuchung des Kometen, ... ... ... ... ... ... ...... ... ... ... ... ... ... ... ...
Weil er wie alle Kometen vor etwa 4,6 Milliarden Jahren mit dem Sonnensystem entstanden ist und diese sich im Vergleich zu Planeten wegen ihrer geringen Grösse und ihres grösseren Abstands zur Sonne nur wenig verändert haben, hoffen Astronomen über ihn unter anderem Aufschlüsse über die Entstehung des Sonnensystems oder die Anfänge des Lebens zu erhalten. (Synonym, dass-Satz) ... ... ... ... ... ... ... ... er wie alle Kometen vor etwa 4,6 Milliarden Jahren mit dem Sonnensystem entstanden ist und diese sich im Vergleich zu Planeten aufgrund ihrer geringen Grösse und ihres grösseren Abstands zur Sonne nur wenig verändert haben, hoffen Astronomen, ........ sie über ihn unter anderem ... ... ... ... ... ... ... über die Entstehung des Sonnensystems oder die Anfänge des Lebens ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... .

Quelle : FAU, UniKurier 79, 2007.

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